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Im Blick - FinanzExperten der VR VerbundBank eG informieren

Die Dividendensaison ist in vollem Gange

In der heutigen Ausgabe von „Im Blick“ beschäftigt sich unser Leiter Private Banking, Oliver Wieber, mit der aktuellen Dividendensaison und welche Informationen für Anleger wesentlich sind.

Zwischen März und Mai konzentriert sich traditionell der Großteil der jährlichen Hauptversammlungen. In diesem Zeitraum entscheiden die Aktionäre über die Verwendung des Gewinns und damit über die Ausschüttung der Dividenden an die Anteilseigner. Besonders in Europa, und Deutschland, finden sich viele Unternehmen, die durch attraktive und stabile Dividendenzahlungen hervorstechen.

Nach rund zwei Dritteln der Dividendensaison 2026 lässt sich eine Zwischenbilanz ziehen: Die Entwicklung verläuft ausgesprochen positiv. Im Durchschnitt sind die Dividendenzahlungen im laufenden Jahr deutlich gestiegen. Ein solches Plus ist in aller Regel nur zu erzielen, wenn auch die operative Geschäftsentwicklung der Unternehmen robust verläuft. Vor dem Hintergrund der verhaltenen Konjunktur in Europa und der Belastungen durch anhaltend hohe Energiepreise wirkt dies auf den ersten Blick erstaunlich. Dennoch gibt es Branchen, die aus Perspektive langfristig orientierter Investoren als besonders interessant gelten – insbesondere Unternehmen mit europäischer Verankerung, die zugleich über eine starke Präsenz auf dem US-Markt verfügen.

Die Energieinfrastruktur zeigt sich als Profiteur und erlebt derzeit eine Art Sonderboom. Ein Faktor ist die angespannte geopolitische Lage, etwa im Zusammenhang mit dem Konflikt um den Iran, der eine zusätzliche Risikoprämie in die Bewertungen einfließen lässt. Gleichwohl ist eine differenzierte Betrachtung der einzelnen Untersegmente unerlässlich. Klar ist: Die Europäische Union steht unter erheblichem Druck, ihre energiepolitische Souveränität zu stärken und die Abhängigkeit von externen Lieferanten zu reduzieren. Davon könnten insbesondere Unternehmen profitieren, die sich auf den Ausbau und Betrieb von Energieinfrastruktur spezialisiert haben – also etwa Netze, Speicher oder Transportkapazitäten. In diesem Feld befindet sich der Investitionszyklus erst in einer frühen Phase, wodurch sich langfristig interessante Wachstumschancen eröffnen können.

Eine traditionell hohe Ausschüttungsquote findet sich zudem im Bereich der Basiskonsumgüter. Gleichwohl genügt ein hoher Kupon allein nicht als Qualitätsmerkmal. Entscheidend ist, ob es den Unternehmen gelingt, ihr Geschäft nachhaltig zu erweitern. In diesen Marktphasen zeigt sich den Anlegern am Kapitalmarkt sehr gut, wie resilient die Unternehmen und Geschäftsmodelle sind. Versorger stehen aktuell im Fokus, denn der wachsenden Strombedarf der Wirtschaft ist spürbar, was demzufolge auch das Interesse der Kapitalmarktteilnehmer an dieser Branche erhöht.

Die Nachfrage nach elektrischer Energie nimmt seit geraumer Zeit dynamisch zu – nicht nur in den USA, sondern ebenso in Europa. Treiber dieser Entwicklung sind unter anderem der stark steigende Energiehunger datenintensiver Anwendungen wie der künstlichen Intelligenz, der fortschreitende Digitalisierungsprozess in Wirtschaft und Gesellschaft sowie die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen. Auf der europäischen Seite des Atlantiks kommt hinzu, dass die bestehenden Stromnetze in weiten Teilen modernisiert, erweitert und an die neuen Anforderungen angepasst werden müssen, um Versorgungssicherheit und Netzstabilität zu gewährleisten. Infrastrukturelle Themen sind sowohl zeitgemäß als auch zukunftsorientiert, was zu Wachstum und der damit verbundenen Verbesserung der wirtschaftlichen Kennzahlen führt.

Insgesamt zeigt sich auch, dass die deutsche Industrie im ersten Quartal des Jahres besser abschneidet als erwartet. Die Zahlen der europäischen Nachbarn untermauern die positive Entwicklung. Festzuhalten ist in diesem Kontext auch, dass sich die Zahlen für Deutschland und Europas noch auf einem niedrigen Niveau befinden, was aufgrund der aktuell schwierigen Phase aber als grundsätzlich gutes Signal zu werten ist.

All dies deutet darauf hin, dass der aktuelle Ausbauzyklus im Versorgungs- und Infrastruktursegment erst begonnen hat. Die Kombination aus strukturellem Wachstum der Nachfrage, politischer Unterstützung und langfristigem Investitionsbedarf legt nahe, dass sich hier über Jahre hinweg bedeutende Entwicklungspotenziale eröffnen könnten.

Diese Einschätzungen spiegeln sich auch an unseren Prognosen hinsichtlich der wichtigsten Indizes in Deutschland und Europa wider. Unseren Heimtaindex, den DAX40, erwarten wir zum Jahresende bei ca. 25.000 Punkten. Auf europäischer Ebene prognostizieren wir den EuroStoxx50 auf einem stabilen Niveau von ca. 6.000 Punkten.

Link: vr-verbundbank.de/zinsen


Oliver Wieber, Bereichleiter Private Banking

Oliver Wieber

Leitung Private Banking

Stand: Mai 2026

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